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24.01.2017
Termindruck, Arbeitsverdichtung, Stress

Unerfreuliche Ergebnisse einer Studie psychischer Belastungen.


Anteil betroffener Betriebe (Quelle: WSI-Betriebsrätebefragung 2015; © Hans Böckler-Stiftung)

Der Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans Böckler-Stiftung zufolge gibt es nur in jedem vierten Betrieb Maßnahmen gegen diese Entwicklung; besonders verbreitet fehlen sie in kleineren Unternehmen. Eine der wesentlichen Ursachen hingegen ist unabhängig von der Unternehmensgröße, nämlich das oft nicht ausreichende Personal. Parallel zu Krankenkassen und Wissenschaftlern stellen auch viele Arbeitnehmervertreter als Resultat die alarmierende Zunahme gesundheitlicher Probleme fest; auch dies bestätigt sich erneut in der Studie des WSI.

Psychische Faktoren, also Zeit- und Leistungsdruck, Arbeitsverdichtung, schwer planbare Arbeitszeiten und nicht zuletzt die Angst vorm Jobverlust, schieben sich als berufsbedingte Krankheitsursachen vor die in der Vergangenheit überwiegenden physischen Belastungen. Für die Studie wurden über 2.000 Betriebsräte befragt, etwa 60 Prozent von ihnen nannten in ihrem Bereich Zeitdruck und hohe Arbeitsintensität an der Spitze der belastenden Faktoren.

Bezeichnend für den Wandel der Beschäftigungsverhältnisse in einer Ära von Globalisierung, Neoliberalismus und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten ist auch die zunehmende Angst vor dem Arbeitsplatzverlust - 20 Prozent der Betriebsräte nehmen sie als Belastungsfaktor wahr. So berichteten die Befragten in der Hälfte der Betriebe von Umstrukturierungen in den vorausgegangenen zwölf Monaten, mehr als 25 Prozent sind mit Personalabbau konfrontiert. Auch ohne solchen akuten Anlässe wird verbreitet von zu wenig Personal gesprochen - 74 Prozent der Betriebsräte führen den erhöhten Stress für die Beschäftigten auf diesen Zustand zurück.

Die gern von Arbeitgeberseite herangezogene Schutzbehauptung, man finde eben kein geeignetes Personal, lässt sich der Studie zufolge nicht aufrecht erhalten. Ein Zusammenhang zwischen zu hoher Belastung und einem Mangel passender Bewerber_innen wurde nicht nachgewiesen. Die Autorin der Studie geht vielmehr davon aus, dass die betroffenen "Unternehmen die Personaldecke aus Kostengründen so dünn wie möglich halten".


» ausführlicher Bericht auf den Seiten der Hans Böckler-Stiftung mit Link zur vollständigen Studie

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